Weigert: Gigantische Planungen – Bauausschuss lehnt Seeberg-Entwürfe ab

Kleinmachnow · Vor einer „gigantischen“ Erweiterung der baulichen Nutzungsmöglichkeiten des Seebergareals hat FDP-Gemeindevertreter FRED WEIGERT in der Sitzung des Kleinmachnower Bauausschusses am 3.4.2008 gewarnt. Er kritisierte den für ihn offenkundigen Versuch der Verwaltung, die Auslegung der Entwürfe für den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan „Seeberg“ hastig durch die Gremien zu peitschen. Mit dieser Einschätzung stand der FDP-Abgeordnete im Bauausschuss in breiter Übereinstimmung mit seinen Kollegen, die wegen der unzureichenden Vorbereitung der Beratungen das Seebergthema sogar von der Tagesordnung absetzen wollten. So hatte die Bauverwaltung entgegen der Absprache in der März-Sitzung des Gremiums keinen Ortstermin eingerichtet, bei dem der Bauausschuss auf dem Gelände der Internationalen Schule sich einen Eindruck von den Baumassen z. B. eines neuen Mensa-Trakts mit Nebenräumen mit einer Fläche von rd. 3.000 m² hätte verschaffen sollen. Auch musste der Bauausschuss bemängeln, dass alle seine früheren Maßgaben in der Planung ohne Berücksichtigung geblieben sind. Diese reichten, wie WEIGERT unterstreicht, von einer umstritten Flächenbilanz aus Altbestand und Planung über eine Alternativlösung zur großen Mensa bis zu den Fragen der Verkehrsbewältigung und damit den drohenden weiteren Belastungen der umliegenden Kleinmachnower Anwohnerschaft.

Der FDP-Sachkundige im Bauausschuss MICHAEL LIPPOLDT rechnete in diesem Zusammenhang vor, dass mit dem Verzicht der Verwaltung auf die Anwendung der Kleinmachnower Stellplatzsatzung für die Areale der Hakeburg und der Internationalen Schule mehr als 200 Parkplätze nicht hergestellt zu werden brauchen. „Im Klartext heißt das, dass den Investoren damit rd. 5.000 m² Fläche für andere, weiteren Verkehr erzeugende Nutzungen überlassen würden, und gleichzeitig die Gemeinde auf eine Stellplatz-Ablösesumme in Höhe von etwa 1,5 Millionen € verzichte“, so LIPPOLDT. Niemand mache den Hakeburg-Eigentümern oder der Internationalen Schule Vorwürfe, dass sie solches „Entgegenkommen“ des Bürgermeisters nicht ablehnten. Die Rechnung zahlten am Ende aber alle Kleinmachnower, wenn am Rathausmarkt und in den umliegenden Wohngebieten „der Kampf um die Parkplätze“ beginne oder die Gemeinde dazu im öffentlichen Raum auf eigene Kosten neu investieren müsse.

Für die FDP-Fraktionsvorsitzende KORNELIA KIMPFEL hat das Trauerspiel um den Seeberg mit den Planentwürfen der Gemeinde ein neues Niveau erreicht. Allein schon das eingeräumte Baurecht für die „Entwicklung des neuen Wohngebiets Am Hochwald“ müsste die Anwohner auf den Plan rufen. Sie setzt deshalb auf eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit am Auslegungsverfahren, das als nächster Zwischenschritt der parlamentarischen Beratungen folgt. Dass es zur Auslegung kommt, hält die FDP-Fraktionschefin für sicher, denn beim Seeberg habe der Bürgermeister bisher immer seine Mehrheiten gefunden.