Weigert: Bebauungsplan Seeberg – ein städtebaulicher Offenbarungseid

Kleinmachnow · Nicht nur das Ergebnis des Verfahrens, sondern vielmehr die Art der Bearbeitung sind zu bedauern. In den Fachausschüssen wurde es nicht abschließend beschieden. Die Empfehlungen reichten nicht für eine Vorlage in der Gemeindevertretung. Für den Bürgermeister waren die Mängel so gravierend, dass sie nicht in den nächsten Wochen ausgeräumt werden könnten.

Das wirklich Bedauerliche am Vorgang ist, dass der Bürgermeister die Geschäftsordnung und Fachausschüsse missachtend eine Entscheidung für einen völlig entgleisten Entwurf zum Seeberg erzwingt, von dem er weiß, dass er dem Ort schadet. Ganz offensichtlich ist er völlig entnervt darüber, dass nach all den wiederholten Abstimmungen die Fachausschüsse noch immer nicht seinem Willen gefolgt waren.

Die in der Gemeindevertretung zur Abstimmung eingebrachte Vorlage ist eine unendliche Abfolge städtebaulicher Fehler. Nur die Wichtigsten lohnt es zu nennen: Die völlig überzogenen Baumassen, die, sofern sie umgesetzt werden, die angrenzende Umgebung erdrücken werden. Die daraus resultierenden Verkehrsmengen, die von den Anliegern nicht ertragen werden können oder eine völlig überdimensionierte Mensa im Souterrain eines Nordhanges, in die sich niemals Sonnenlicht verirren wird.

Die denkmalgerechte Sanierung der Fassaden an den Bestandsgebäuden wurde in der ganzen Debatte nicht einmal erwähnt. Denkmalschutz an dieser Stelle wird nicht als Bereicherung verstanden, sondern als Last.

Damit die Kinder des katholischen Kindergartens von den Abgasen der in wenigen Metern vorbeirauschenden Schulbusse, Versorgungs- und Personalfahrzeuge etwas geschützt sein sollen, will man Ihnen eine Lärmschutzwand bauen. Ein geradezu beschämender Vorgang. Wie man die Anwohner und deren Kinder am Arnold-Schönberg-Ring schützen will, hat man noch nicht bedacht.

Wer an dieser Stelle einmal innehält und zurückblickt auf die städtebaulichen Veränderungen während Blasig`s Bürgermeisterzeit, wird eine einzige Abfolge von Zerstörungen im Ort erkennen. Am neuen Ortskern wird sie am deutlichsten. Aber auch die jüngsten Entscheidungen an wichtigen Stellen des Ortes waren wenig glückhaft. Mit dem B-Plan Kiebitzberge wird eines der schönsten Kleinmachnower Wohnquartiere zerstört werden. Den zur Entscheidung anstehenden Entwicklungen im „Alten Dorf“ beginnt Blasig auszuweichen, bevor diese ernst werden. Scheibchenweise wird er Kleinmachnow zu einem langweiligen Vorort Berlins entwickeln, einem „Suburb“.

Im Fazit muss konstatiert werden, dass Bürgermeister Blasig den städtebaulichen Herausforderungen nicht gewachsen war und künftig nicht sein wird. Sein Rücktritt wäre eine Bereicherung.