Verwaltung blockiert Schulwegsicherung

Kleinmachnow · Seit einem Jahr schon warten Kinder und Eltern der Evangelischen Grundschule am Schwarzen Weg vergeblich auf einen „Zebrastreifen“ und die Einbeziehung ihrer Straße in die Tempo-30-Zone des Weinbergviertels. Die Schulkonferenz hatte sich im Mai 2007 mit diesem konstruktiven Lösungsansatz an Bürgermeister Blasig (SPD) gewandt. Sie wird in ihrem Anliegen von den Anwohnern am Weinberg nachdrücklich unterstützt, die das Gefährdungspotential aus täglichem Erleben kennen. „Auch bei den Gemeindevertretern gibt es breiteste Unterstützung“, bekräftigt die FDP. Der Bauausschuss habe schon vor vielen Monaten die Anlage des Zebrastreifens beschlossen und der Gemeindevertretung zur sofortigen Realisierung empfohlen. Am 3. April 2008 bei einer Besprechung mit der Unteren Straßenverkehrsbehörde habe diese die Genehmigung des Zebrastreifens zugesagt, wenn ihr ein Antrag der Gemeinde dazu vorliegt, berichtet der FDP-Sachkundige MICHAEL LIPPOLDT auf Nachfrage dieser Zeitung. Das jedoch sei bis heute nicht der Fall. „Statt dessen verknüpft die Verwaltung diese dringenden Maßnahmen für die Schulwegsicherheit am Schwarzen Weg mit einem Paket völlig unausgegorener Ideen für einen ,Verkehrsberuhigten Bereich’ vor dem Gymnasium und der Musikschule in der Straße Am Weinberg“, kritisiert die FDP. Die verkehrsrechtliche Zulässigkeit der Einrichtung einer solchen Schrittgeschwindigkeitszone auch für Radfahrer habe die Verwaltung in der gestrigen Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses nicht begründen können. Ebenso sei sie eine Antwort zur Sicherheit der Radfahrer, Grundschulkinder und all derjenigen schuldig geblieben, die nach dem Totalumbau der Straße für über 800.000 € die Fahrbahn – auch zum Spielen und zum Aufenthalt – gemeinsam mit dem Durchgangsverkehr von Lkw, Pkw und Bussen nutzen sollen. „Völlig grotesk ist, dass bei dem Umbau die gesamte Fußweganlage vor der Musikschule ersatzlos und zugunsten von Parkplätzen unmittelbar an Grundstücksgrenze und Treppenaufgang beseitigt werden soll“, hält FRED WEIGERT fest. „Gerade diesen Fußweg durchgängig vom Zehlendorfer Damm bis zum Schwarzen Weg brauchen wir für die kleinen Kinder, besonders auch für die, die mit ihren Fahrrädern zur Grundschule am Schwarzen Weg unterwegs sind“, unterstreicht der FDP-Abgeordnete und sieht sich damit in völliger Übereinstimmung mit nahezu allen Verkehrsausschuss-Kolleginnen und -Kollegen sowie der Schulkonferenz.

Die Verwaltung zog nach dieser begründeten Kritik ihr Antragspaket zurück. Die FDP-Fraktion drängt nun erneut darauf, dass die Maßnahmen für den Schwarzen Weg sofort realisiert und nicht durch Schritte, mit denen der Bürgermeister offenbar andere Ziele verfolgt, blockiert werden. „Mit dem großen blauen Verkehrszeichen, auf dem ein spielendes Kind zu sehen ist, wird ein Maß an Sicherheit vorgegaukelt, das sich bei der hohen Zahl an Fahrzeugen vor den Schulen und an diesen vorbei in der Wirklichkeit nie einstellen kann. Schon deshalb dürfte eine solche Beschilderung, begrenzt auf den Gymnasiums- und Musikschulbereich, absolut unzulässig sein“, warnt WEIGERT.