Hauptausschuss winkt Seeberg-Pläne durch

Kleinmachnow · „Wie erwartet, hat der Bürgermeister seine Mehrheit gefunden, um die unausgewogenen Pläne zur Seeberg-, Hakeburg- und zusätzlichen Hochwald-Bebauung durch den Hauptausschuss zu bringen“, informiert die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kleinmachnower Ortsparlament, Dr. KORNELIA KIMPFEL, die betroffene Öffentlichkeit. Am 24.4.2008 sei jetzt die Gemeindevertretung am Zug, die vom Hauptausschuss gegen die Stimmen der FDP und der UBK/WIR empfohlene Auslegung dieser Pläne zu beschließen. „Nicht einen einzigen Punkt der Anregungen und Vorschläge des Bauausschusses habe der Hauptausschuss übernommen. Auf ein Votum des Umwelt- und Verkehrsausschusses habe er gleich ganz verzichtet“, stellt KIMPFEL fest.

Geradezu kurios sei die Antwort des Bürgermeisters auf die FDP-Kritik gewesen, dass am Seeberg massiv von der vor einem Jahr für ganz Kleinmachnow in Kraft getretenen Stellplatzsatzung abgewichen werde. „Wir in der Verwaltung haben mehrheitlich empfunden, das so tun zu sollen,“ zitiert KIMPFEL sinngemäß Blasigs Antwort und fügt hinzu, dass es keinen Auftrag der Gemeindevertretung gebe, konträr zur gültigen Stellplatzsatzung zu verfahren. Immerhin könnten die Investoren nun auf den Bau von mehr als 200 Stellplätzen verzichten und sparten zugleich eine Ablösesumme von rd. 1,5 Millionen €. In der Begründung zum B-Plan biete der Bürgermeister als Ersatz für die künftig fehlenden Plätze auf dem Seeberggelände die öffentlichen Parkplatzflächen im Ortszentrum an. Außerdem heißt es dort, dass ein Ausweichen des „Parksuchverkehrs“, mit dem der Bürgermeister somit offensichtlich rechne, in die benachbarten Wohngebiete nicht zu befürchten sei, weil Hochwald, Arnold-Schönberg-Ring und Karl-Marx-Straße weiter von den neuen Sport- und Kulturstätten entfernt seien als das Ortszentrum. „Sehenden Auges steuert diese Verwaltung Kleinmachnow in ein gigantisches Verkehrschaos,“ warnt KIMPFEL. Denn die großflächigen Sport-, Turn- und Schwimmanlagen sowie weitere neue Veranstaltungsflächen werden – nach allem, was bisher verlautet sei – auch außerhalb des Schulbetriebs abends sowie an Wochenenden und Feiertagen gewerblich genutzt. Für den großen Biergarten an der Hakeburg, die dortigen Veranstaltungsräume und das neue Hotel sei solche Dauernutzung ohnehin die Regel. Die FDP könne deshalb allen Bürgern nur raten, sich intensiv mit ihren Anregungen und Hinweisen am Auslegungsverfahren zu beteiligen, sollte die Gemeindevertretung am 24.4.2008 nicht doch noch die Notbremse ziehen.