Gutheins: Am Weinberg scheint der Gordische Knoten zerschlagen zu sein

Kleinmachnow · Auch wenn der Kleinmachnower Umwelt- und Verkehrsausschuss (UVO-Ausschuss) bei seiner gestrigen Sitzung nicht beschlussfähig war – vier Gemeindevertreter glänzten durch Abwesenheit – so gab es doch für die anwesenden Sitzungsteilnehmer und Zuhörer neue Informationen und Vorschläge bei der Vorstellung des zum wiederholten Male überarbeiteten Verkehrskonzeptes zur Erschließung des Weinbergviertels durch das Büro Prof. Staadt.

“Wenn bei vielen Ausschussmitgliedern bisher der Eindruck herrschte, dass mit den Staadt’schen Ausarbeitungen am Weinberg kein Staat zu machen ist,” so NORBERT GUTHEINS, Vorsitzender der Kleinmachnower FDP und sachkundiger Einwohner im UVO, “so kann dies seit gestern teilweise anders betrachtet werden.” Der überarbeitete Vorschlag sieht nun, nachdem die sogenannte “Blasig-Schikane” zwischen Weinberg und Oderstraße künftig nur noch für Radfahrer und Fußgänger passierbar sein soll, auch die Schließung des Schwarzen Weges für die Durchfahrt ins Weinbergviertel vor. Lediglich Busse des ÖPNV´s, Radfahrer und Fußgänger dürften dann den Schwarzen Weg in der Verbindung zum Weinberg und umgekehrt noch benutzen. Die Eltern der evangelischen Grundschüler, die mit ihren Autos das neue Schulgelände ohnehin nicht mehr befahren dürfen, könnten dann ihre Kinder über den Weinberg zur Einmündung des Schwarzen Wegs bringen und sie ohne Gefährdung durch den heute noch massenhaften Autoverkehr die letzten Meter zu Fuß zur Schule laufen lassen.

“Mit Umsetzung dieses Vorschlages würde der gesamte Durchgangsverkehr vor der Evangelischen Grundschule und im Weinbergviertel unterbunden. Das ist das Fundament für mehr Schulwegsicherheit, die wir längst schon brauchen. Damit hat Staadt den Gordischen Knoten zerschlagen,” so Gutheins. Und weiter: “Einer Umwidmung der Straße “Am Weinberg” in eine Fahrradstraße steht jetzt nichts mehr im Wege. Der Busverkehr durch das Viertel muss noch mal auf den Prüfstand, wenn dort bei täglich fast 100 Busdurchfahrten insgesamt lediglich 60 Fahrgäste innerhalb von 12 Stunden ein- oder aussteigen.” Für die FDP sei sehr gut vorstellbar, die Busbedienung hier auf die Zeiten zu Schulbeginn und Schulende zu konzentrieren und im übrigen das Konzept von Havelbus mit der weiterhin vollen Erschließung des Viertels über die Haltestellen am Zehlendorfer Damm umzusetzen. Zur Schulwegsicherheit gehöre aber auch, dass vor den drei Schulen Am Weinberg die Einbahnstraßenregelung für den Autoverkehr erhalten bleibt. Das sei Konsens im UVO und im Bauausschuss. Für die Rad fahrenden Schüler muss der Weinberg aber endlich auf ganzer Länge in beiden Richtungen zu befahren sein. „Speziell auch in diesem Punkt gibt es in den Gremien der Gemeinde schon seit langem breite Übereinstimmung“, fügt GUTHEINS hinzu.

Zu einem weiteren Knackpunkt, den im letzten Jahr aufgestellten Halteverbotsschildern in der Straße “Im Tal”, informierte die Verwaltung auf Anfrage von GUTHEINS, dass damit gerechnet wird, dass durch die Kleinmachnower Verkehrsbehörde noch vor den Sommerferien eine Entscheidung in einem Widerspruchsverfahren gefällt wird. CDU und FDP hatten Anfang 2007 diesbezüglich auch einen Antrag auf Beseitigung des Haltverbots in die Gemeindevertretung eingebracht, der dann in den Verkehrsausschuss verwiesen, aber bisher noch nicht abschließend behandelt wurde.