FDP: Zur neuen Seeberg-Erschließung des Bürgermeisters
Blasig: „Mehr kriegen Sie aus mir nicht raus“

Kleinmachnow · Mit der Errichtung der Abgasschutzwand vor der Außenspielfläche der katholischen Kita hinter dem Rathaus sowie mit dem Bau einer neuen Erschließungsstraße über den Adolf-Grimme-Ring/Ost will die Gemeindeverwaltung die massiven Verkehrsbelastungen abmildern, die als Folge der Schulansiedlung auf dem Kleinmachnower Seeberg entstanden sind und weiter wachsen. „Den Anwohnern am Arnold-Schönberg-Ring und der Karl-Marx-Straße, die zu den Hauptleidtragenden des Verkehrs zählen, der sich von der Karl-Marx-Straße täglich auf den Seeberg schiebt, bringt das alles nichts“, kritisiert Dr. KORNELIA KIMPFEL, FDP-Fraktionsvorsitzende im Kleinmachnower-Ortsparlament. „Im Gegenteil“, fügt sie hinzu, „ wird den Schulkindern zur Waldorf-Schule und zur gemeindlichen Grundschule auf dem Seeberg wie auch den Anwohnern künftig eine Vervielfachung des Verkehrsaufkommens zugemutet.“ An den Straßenausbauplänen für die Karl-Marx-Straße werde dies beispielhaft deutlich. Die Zufahrt von dort auf den Seeberg solle plötzlich für große Schulbusse hergerichtet werden, obwohl Planer und Gemeindevertretung den Bussen den Weg über den Adolf-Grimme-Ring zugeordnet haben.

Die konkrete Antwort auf die FDP-Frage nach den Gründen für diesen Strategiewechsel blieb Bürgermeister Blasig in der jüngsten Hauptausschusssitzung schuldig. Die Anbindung über die Karl-Marx-Straße sei eine von mehreren öffentlichen Erschließungen des Gebiets Seeberg. „Mehr kriegen Sie aus mir nicht raus!“ Seine Bauamtsleiterin dagegen räumte ein, der eine oder andere Bus, der Waldorf-Schüler zum Schwimmen fahre, werde sicherlich über die Karl-Marx-Straße auf das Seeberggelände kommen. Sie wisse jedoch nicht, wie man den Busverkehr wirksam auf solch wenige Fälle beschränken könne.

In einem an die Abgeordneten verteilten Brief des für die Internationale Schule fahrenden Busunternehmers bedankt sich dieser bereits für den Einsatz des Schul-Geschäftsführers, abweichend von der in der Gemeindevertretung beschlossenen Planung verschiedene Zufahrten für Busse auf den Seeberg zu öffnen. Anlass für diesen Brief, so KIMPFEL, seien wiederholte Anfragen des Sachkundigen Einwohners der FDP im Bauausschuss, MICHAEL LIPPOLDT, gewesen, ob die Internationale Schule für ihren Schülerverkehr und mit Rücksicht auf die Kinder der Kita und der Waldorf-Schule sowie der Gemeinde-Grundschule auf dem Seeberg nicht nur abgasgereinigte Busse mit Rußpartikelfilter einsetzen könne. Nach der Antwort verfügt das eingesetzte Busunternehmen offenbar über kein solches Fahrzeug. Um die Kinder der Kita zu schützen, errichtet deshalb die Gemeinde auf eigene Kosten für einige Zigtausend Euro die viel diskutierte Schutzwand. Die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad auf den Seeberg müssen, sind dagegen weiterhin schutzlos den gesundheitsschädlichen Abgasen der großen Dieselaggregate ausgesetzt. „Auch hier wünsche ich mir mehr Sensibilität und rasches Handeln“, unterstreicht KIMPFEL. Es gebe Busunternehmen, die damit werben, dass sie ihre Fahrzeuge mit Rußfiltern ausgerüstet haben.