FDP: Zum Umgang mit Denkmalen – Verwaltung rügen!

Kleinmachnow · Unzulässig und unbegründet ist nach Auffassung der FDP-Fraktion der Widerspruch der Kleinmachnower Gemeindeverwaltung gegen die Unterschutzstellung der Straßenanlage im Weinbergviertel. „Die Fraktion ist empört über das Vorgehen der Verwaltung“, bekräftigt Fraktionschefin Dr. KORNELIA KIMPFEL: „Wir haben den Bürgermeister aufgefordert, den Widerspruch bei der Oberen Denkmalschutzbehörde sofort zurückzuziehen“. Hier maße sich die Verwaltung an, in die ausschließliche Kompetenz der Gemeindevertretung einzugreifen, die die Eintragung der Straßen in die Denkmalliste des Landes Brandenburg niemals in Frage gestellt hat.

Die inzwischen bekannt gewordene, Ende Februar 2008 nachgeschobene Begründung zum unzulässigen Widerspruch sei auch in ihrer Art inakzeptabel. Widerspruchsführer Dehne erdreiste sich, das Werk eines der berühmtesten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, Egon Eiermannn, zu beleidigen. Sein Haus von zeitloser Schönheit (vgl. Denkmale in Kleinmachnow, hrsg. vom Gemeindeamt 1993), zu dem auch heute noch Architekten aus aller Welt anreisen, hat für Herrn Dehne zusammen auch mit allen anderen denkmalgeschützten Gebäuden im Viertel eine schlechtere städtebauliche Qualität als eine Musterhaussiedlung.

Aus den Gesetzen über den Denkmalschutz müsste der Widerspruchsführer überdies wissen, dass der bauliche Zustand der Straßen, den er kritisiert, für die Bewertung der Denkmaleigenschaften unbedeutend ist. Das hätte er schon aus der oben zitierten, von der Gemeinde herausgegebenen Veröffentlichung lernen können.

Für die FDP-Fraktion ist der Vorgang ein Indiz für eine möglicherweise unzureichende Kontrolle der Verwaltung durch den Bürgermeister. Sonst hätte der Widerspruchsführer wissen müssen, dass der Bürgermeister – wie er bekundet hat – selber die Unterschutzstellung am Weinberg betrieben hat, und dass es für ihn – wie man im rbb-Fernsehen – sehen und hören konnte, wunderbar sei, ein solches „Kleinod“ erhalten zu dürfen.