FDP: Votum für Fahrradstraße bei Anwohnergespräch Ginsterheide

Kleinmachnow · Über ein Jahr nach dem Auftrag der Gemeindevertretung hat die Kleinmachnower Bauverwaltung die Anwohner der Ginsterheide am 10.4.2008 im Rathaus über die Planungen zum Aus- und Umbau dieser Wohnstraße informiert: Mehr Schutz für den grünen Mittelstreifen, die Anlage von 18 Parkbuchten und als Vorkehrung gegen „wildes“ Abstellen von Kraftfahrzeugen im Grün der Einbau von doppelten Hochborden. Je nach Ausführung seien dafür bis zu 112.000 € fällig. Was davon später durch Bescheid anteilig auf die Grundstückseigentümer umgelegt würde, wisse man erst, wenn die tatsächlichen Kosten feststünden.

Einhellig war die Kritik der Anwohner, weil die Bauamtspläne das drängende Problem der Verkehrsberuhigung und der Verkehrsreduzierung für die Ginsterheide nicht anpackten. Nach Zählungen, die der Gemeinde vorlägen, durchquerten mittlerweile täglich mehr als 1.300 Kraftfahrzeuge die kleine Wohnsiedlung. Als Alternative zu der als Verkehrsberuhigung einmal angedachten und jetzt wieder angesprochenen Planung des Bauamts für eine „Bauminsel“ mitten in der Fahrbahn schlug der Sachkundige Bürger der FDP im Bauausschuss, MICHAEL LIPPOLDT, der Versammlung die Einrichtung einer Fahrradstraße nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung vor (Zeichen Z 244). In der hohen Kfz-Belastung spiegele sich wieder, dass der „Schleichverkehr“ von und nach Berlin die Ginsterheide zur raschen Umfahrung des Flaschenhalses Zehlendorfer Damm entdeckt habe, führte er aus. Zusätzlich sei die Straße mittlerweile zu einer Hauptverbindung des Radverkehrs für Berufspendler genauso wie für Schüler herangewachsen. „Mit den vielen Menschen in unserer Gemeinde, die bereit sind, zugunsten des Fahrrads auf manchen Weg mit dem PKW zu verzichten, haben wir ein Potential für die Bewältigung des innerörtlichen Verkehrs, das wir pflegen und fördern müssen“, unterstreicht LIPPOLDT. Dazu brauche es mehr Sicherheit und mehr Vorrang für den Radverkehr. Über die „Fahrradstraße Ginsterheide“ stimmte die Versammlung der Anwohner nach kurzer, aber intensiver Diskussion ab. „Das Ergebnis war überwältigend positiv. Es gab keine einzige Gegenstimme. Der Appell an die Verwaltung zum Handeln konnte eindeutiger nicht sein“, berichtet der FDP-Sachkundige.

KORNELIA KIMPFEL, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Ortsparlament, bekräftigte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass die FDP den Einsatz der Arbeitsgruppe Verkehr der Lokalen Agenda 21 für „Fahrradstraßen“ hier und an anderen Stellen in Kleinmachnow nachdrücklich unterstütze. Dazu gebe es inzwischen auch in den Fachausschüssen eine immer breiter werdende positive Grundstimmung. Die Ginsterheide dränge sich für die Umsetzung eines solchen Projekts auf. Schließlich sei sie im laufenden Forschungsvorhaben des Bundesverkehrsministeriums und der Gemeinde „Mit dem Rad zur Arbeit und zur Schule“ als Hauptverkehrsverbindung des Radverkehrs identifiziert und zur Einrichtung als Fahrradstraße vorgeschlagen. Mit dem absoluten Sicherheitsgewinn der Radfahrer, denen die Straße dann vorrangig gewidmet sei, stelle sich für die Anwohner als hoher Zusatznutzen eine wirksame Verkehrsentlastung ein, weil auf Fahrradstraßen in der Regel nur noch Kfz-Verkehr der Anlieger zugelassen werden müsse. Grund für weiteres Zuwarten der Verwaltung gebe es somit nicht, so KIMPFEL.