FDP: Verwaltung mit zweierlei Maß

Kleinmachnow · Für die Erschließung der Bildungseinrichtungen auf dem Seeberg haben die Entscheidungen der Gemeindevertretung am 22.11.2007 nichts Gutes gebracht, ist die FDP-Fraktionschefin Dr. KORNELIA KIMPFEL überzeugt. Auf der einen Seite errichte die Gemeinde jetzt vor dem Katholischen Kindergarten neben dem Rathaus am Adolf-Grimme-Ring eine zwei Meter hohe Schutzwand, um Ruß und Abgase aus den Auspuffen der Busse zur Internationalen Schule von den Kindern fernzuhalten. Auf der anderen Seite organisiere dieselbe Gemeinde über die Zufahrt von der Karl-Marx-Straße ohne jegliche Rücksicht auf die Kinder der Waldorfschule, des Waldorfkindergartens, der Grundschule auf dem Seeberg und ohne Rücksicht auch auf die Anwohner neue Durchgangsverkehre, die alles bisherige in den Schatten stellten. „Wenn man nicht auf seine Fachausschüsse hört, werden solche verkehrspolitischen Fehlentscheidungen getroffen“, kritisiert die FDP-Politikerin. Immerhin hätten der Umwelt- und Verkehrssausschuss unter Leitung von Dr. Michael Scharp und der Bauausschuss unter Leitung von Dr. Herbert Franke jeweils dreimal in Folge die Durchfahrtsvariante abgelehnt und die am Gemeinwohl ausgerichtete Lösung mit einem Wendehammer von jeder Seite empfohlen. Schlimm sei auch, dass noch nicht einmal eine sachbezogene Diskussion in der Gemeindevertretung über die Karl-Marx-Straßen-Zufahrt zustande gekommen, sondern mit dem sofortigen Ruf nach geheimer Abstimmung geradezu unterdrückt worden sei.

KIMPFEL erläutert, dass bereits beim derzeitigen massenhaften Kraftfahrzeugverkehr von der Karl-Marx-Straße zu den Schulen auf dem Seeberg Eltern es kaum noch verantworten können, dass ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad diesen Weg benutzen. Mit der neuen Durchfahrtslösung zur Internationalen Schule werde sich das motorisierte Verkehrsaufkommen auf diesem Abschnitt auf 3.250 Kfz am Tag mehr als verdreifachen. Das sei eine im Blick auf die Schulwegsicherheit unerträgliche Vorstellung. Das hätte nicht zugelassen werden dürfen! Gleiches gelte für die immissionsschutzrechtlichen Belange der Anwohner. Mit einer weiteren, nun aber zwingend notwendigen Wand zum Schutz der Anwohner gegen den Verkehrslärm, setzten sich die Internationale Schule und die Gemeinde ein weithin sichtbares, unrühmliches Denkmal. „Wenn Ansiedlungs- und Verkehrspolitik so weitergehen, wird Kleinmachnow bald die Gemeinde der Lärmschutzwände sein“, prognostiziert die FDP-Fraktionsvorsitzende in Übereinstimmung mit den Gemeindevertretern, die gemeinsam mit der FDP gegen die neue Verkehrslawine gestimmt haben, aber dabei mit 11:15 unterlegen sind.