FDP: Tot im „Trinkwasser“ – Fischsterben im Machnower See

Kleinmachnow · Seit Monaten bereits pumpen die Berliner Wasserbetriebe Millionen von Kubikmetern übel riechenden Abwassers in den Machnower See. „Jetzt beginnt hier das Sterben der Fische“, schlägt die FDP im Ort Alarm. Jeden Tag würden es mehr, stellt der FDP-Sachkundige MICHAEL LIPPOLDT fest. Schon Anfang März des Jahres hat er die Behörden auf die Einleitungen in den See angesprochen. Vom Kleinmachnower Ordnungsamt gebe es jedoch bis heute keine konkrete Antwort. Der Bürgermeister, in den Einwohnerfragestunden der Gemeindevertretung im März und im Juni von LIPPOLDT dazu befragt, ob der See der “Überlauf” Berlins sei und ob Berlin eine Genehmigung zur Einleitung des Abwassers besitze, habe diese Fragen zunächst kategorisch verneint. Im Juni hieß es dann von ihm, seine März-Antworten seien zutreffend, denn die Einleitungen seien kein Abwasser, sondern hätten 99% Trinkwasserqualität. Dass Fische durch Trinkwasser sterben, hält LIPPOLDT für eher unwahrscheinlich. Er unterstreicht die besondere Problematik der Einleitung gerade in den Machnower See auch damit, dass dieser See mit seinen sensiblen Uferbereichen Teil der Teltowkanalaue ist, die am Südufer das Kanals als “proposed Site of Community Interest” (Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung) von der Landesregierung Brandenburg an das Bundesumweltministerium und die EU-Kommission gemeldet worden ist. Gemäß der FFH-Richtlinie seien die dort vorkommenden Biotope und Arten schützenswert. Dieses Gebiet solle zudem in das europäische Schutzgebietssystem “Natura 2000” aufgenommen werden. „Stinkendes Abwasser, in dem Fische nicht leben können, dürfte dem Schutzauftrag mit Sicherheit widersprechen!“