FDP: Schwarzpappel nicht fällen!

Kleinmachnow · Gemeinsam appellieren die FDP-, die Grünen- und die WIR-Fraktion an die anderen Partner in der Gemeindevertretung, der Fällung der 150 Jahre alten Schwarzpappel am Rande der Bäke-Festwiese beim alten Dorfkern einen Riegel vorzuschieben. Wie am Wochenende bekannt wurde, will der Bürgermeister den majestätischen Baum wegen angeblicher Astbruchgefahr beseitigen, um der Wegesicherungspflicht der Gemeinde genüge zu tun. Professor Wolfgang Hirte, Kreiswanderwart der Region Teltow und verantwortlicher Akteur für den Bäkewiese-Naturlehrpfad, zu dem die Schwarzpappel gehört, habe mit anderen sachkundigen Personen die Situation vor Ort überprüft. Das Urteil sei klar: Eine Fällung für die Abwehr einer etwa bestehenden Gefährdung wäre absolut unverhältnismäßig. „Der ‚Hilferuf’, die Fällmaßnahme sofort zu untersagen, ist bei uns angekommen“, erläutert FDP-Gemeindevertreter MICHAEL LIPPOLDT die spontane Rettungsaktion durch die drei Fraktionen, die dazu einen Beschluss der Gemeindevertretung herbeiführen wollen. Er ist zuversichtlich, dass dem Gemeinschaftsantrag noch weitere Fraktionen beitreten werden.

Um sicherzugehen, dass das Ortsparlament mit seiner Entscheidung nicht zu spät kommt, hat die FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. KORNELIA KIMPFEL den Bürgermeister ersucht, alle Maßnahmen zur Vorbereitung der Fällung sofort zu stoppen.

Die 150 Jahre alte Schwarzpappel ist einer der eindrucksvollsten Bäume im Areal rund um die Bäkewiese. Sie gehört zu den wenigen Bäumen, die dort den Bau und die Erneuerung des Teltowkanals überlebt haben. Mit ihrer Größe und der weit ausragenden Krone prägt sie das Bild des Landschaftsschutzgebiets. „Sie ist ein Naturdenkmal und sollte unter Schutz gestellt werden“, zeigt man sich bei Grünen, WIR und FDP überzeugt. Die Fällung wäre unverantwortlich, solange Maßnahmen der Baumpflege und/oder der alternativen Wegeführung nicht hinreichend u. a. mit der Lokalen Agenda 21, dem Förderverein Buschgraben/Bäketal und anderen Sachverständigen erörtert und umgesetzt worden sind.

Die geplante Fällung verstößt nach Auffassung der drei antragstellenden Fraktionen zudem gegen den fortgeltenden Beschluss der Gemeindevertretung, dass vor etwaigen Eingriffen in das Gemeindegrün immer erst die Gemeindevertretung mit ihren zuständigen Gremien darüber beraten muss.