FDP: Neubauerfordernis Karl-Marx-Straße nicht begründet

Kleinmachnow · Am 9. April hat im Kleinmachnower Rathaus das von den Anwohnern der Karl-Marx-Straße zwischen Förster-Funke-Allee und Zehlendorfer Damm lange erwartete Gespräch mit der Bauverwaltung stattgefunden. Für die FDP-Fraktion hat die Zusammenkunft bestätigt, wie richtig es war, sich im Ortsparlament für das Recht der Bürger auf frühzeitige Einbeziehung in die Planungs- und Entscheidungsprozesse stark zu machen. „Das Bürgervotum hat sich ganz klar vom geplanten Neubau distanziert“, formuliert KORNELIA KIMPFEL, FDP-Fraktionsvorsitzende in der Gemeindevertretung, ihren Eindruck von der Versammlung. Ihr Fraktionskollege FRED WEIGERT hat in der Aussprache auf die Problematik eines Neubaus am Vorabend gigantischer baulicher Erweiterungen auf dem Seeberg hingewiesen, die noch auf Jahre hinaus massenhaften Bauverkehr über die Karl-Marx-Straße ziehen würden. Im Gleichklang mit dem Vorsitzenden des Umwelt- und Verkehrsausschusses rechnete der FDP-Sachkundige MICHAEL LIPPOLDT schließlich vor, dass wirtschaftlicher als der Totalumbau der Straße ihre Reparatur durch Aufbringen einer neuen Dünnschicht sei. Damit könne die Gemeinde nach Auffassung der FDP-Fraktion auch voll ihre Verpflichtung erfüllen, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Anders als man es bisher den Fachausschüssen vermittelt habe, hätte die vorhandene Dünnschicht schon jetzt eine Lebensdauer von zehn – und nicht, wie es früher hieß – nur von fünf Jahren. Da eine komplette neue Dünnschicht nur rund ein Zehntel der Kosten eines Neubaus ausmache, der derzeit mit etwa 450.000 € veranschlagt sei, verbiete sich eine weitere Neubauplanung. Denn schließlich, so erinnerte LIPPOLDT, sei nach übereinstimmender Aussage von Planer und Tiefbauamt die Tragfähigkeit der Straße überhaupt nicht beeinträchtigt. Positiv überrascht zeigten sich die Anwohner, als die Bauverwaltung daraufhin erklärte, sie würde selbstverständlich auch die Dünnschicht-Lösung beauftragen, wenn die Gemeindevertretung diese beschließt.

Von breiter Mehrheit getragen war die Forderung der Anwohner, dass die Verwaltung endlich wirksame Schritte zur Verkehrsberuhigung und Geschwindigkeitsreduzierung auf diesem Abschnitt der Karl-Marx-Straße ergreift. Einer Zone-30-Regelung stehe, so bestätigte auch der Verkehrsausschussvorsitzende, vor allem der vorhandene benutzungspflichtige Radweg entgegen. Für die Anwohner ergab sich daraus der Schluss, diese Benutzungspflicht aufzuheben. In einer 30er-Zone führen Radfahrer ohnehin viel sicherer auf der Straße. Das werde auch heute schon praktiziert, weil der vorhandene Zwei-Richtungs-Radweg praktisch zu schmal und deshalb nicht nur in den Spitzenzeiten zu Schulbeginn und Schulende hoch unfallträchtig sei.