FDP: Kinder in Kleinmachnow
Mehr Geld für Tagespflege nötig

Kleinmachnow · „Bei uns im Ort kann die Gemeinde den Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr nur durch die private Tagespflege sichern“, stellt Dr. KORNELIA KIMPFEL, Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung, fest. Deshalb habe die Gemeinde auch die Pflicht mitzuhelfen, für eine ordentliche Bezahlung der Tagesmütter und –väter zu sorgen, die die staatliche Aufgabe mit großem Engagement täglich für etwa hundert Kinder erfüllen. Die Pauschale, die die Gemeinde den Tagespflegeeltern auszahlt und die sie dann vom Landkreis wieder erstattet bekommt, sei jedoch faktisch seit 2001 nicht mehr erhöht worden. „Vor dem Hintergrund der Explosion der Strom- und Gaspreise, gestiegener Mieten und Lebenshaltungskosten sowie der hohen Inflationsrate ist das ein Unding“, fügt der FDP-Sachkundige MICHAEL LIPPOLDT hinzu. Er betont, dass Tageseltern gerade mal mit 1,47 € pro Stunde für die Betreuung eines Kindes rechnen können. Und die längst zu niedrige Aufwendungspauschale könnten Tageseltern auch nicht etwa dadurch kompensieren, dass sie tagsüber die Heizung abdrehen oder beim Waschen der Kleinen am warmen Wasser sparen. Deshalb sei mehr Geld für die Tagespflege dringend nötig, wenn auch künftig noch im kinderreichen Kleinmachnow von engagierten und motivierten Tageseltern ausreichend Plätze angeboten werden sollen.

Sollte der Kreis nicht schnell genug „mitziehen“, meint die Sachkundige der FDP im Finanzausschuss MARION VOGDT, müsse die Kommune in Vorleistung treten. Der Staat dürfe sich seiner Aufgaben schließlich nicht auf Kosten privater Pflegeeltern „entledigen“. Wenn die Gemeinde endlich auf millionenteuren, aber sinnlosen Straßenum- und -neubau wie z. B. in der Ginsterheide, am Weinberg oder der Karl-Marx-Straße zugunsten wirtschaftlicherer Lösungen verzichte, sei genug Geld in der Kasse, um die großen und nicht ersetzbaren Leistungen der Tagespflegeeltern angemessen zu vergüten, ergänzt LIPPOLDT. Allein schon die ‚Stellplatzablöse’ von mindestens 1,5 Mio €, die der Bürgermeister mit der Mehrheit von CDU und SPD den Seeberg-Investoren schenken will, hätte ein großes Reservoir für Kinder- und Jugendförderung erbracht.

Am 25.9.2008 steht in der Gemeindevertretung Kleinmachnow der Antrag der FDP-Fraktion zur Abstimmung, dass der Bürgermeister beauftragt wird, die Überprüfung und Neufestsetzung der amtlichen Tagespflegeentgelte mit den zuständigen Stellen herbeizuführen.