FDP fordert Ehrung der Mauertoten durch Straßennamen

Kleinmachnow · Die Kleinmachnower FDP hat in einer Erklärung zum 44. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 dazu aufgerufen, bei der zukünftigen Benennung von Straßen im Gemeindegebiet auf die Namen der Kleinmachnower Mauertoten zurückzugreifen.

Der Vorsitzende der FDP-Kleinmachnow, Norbert Gutheins, führt dazu aus: “Diese Toten haben unmittelbaren Bezug zur jüngeren Geschichte unserer Gemeinde. Wir setzen uns dafür ein, die Erinnerung an die Personen wachzuhalten, die allein dafür getötet wurden, weil sie von einem Teil Deutschlands in den anderen fliehen wollten.”

Der Kleinmachnower FDP-Kreistagsabgeordnete Wolfgang Jordan erklärte: “Das inhumane Grenzregime der DDR machte aus einem unbewaffneten Menschen, der der DDR den Rücken kehren wollte, zu einem Feind, der nach militärischen Prinzipien bekämpft werden sollte. Nach meinen Recherchen sind im Kleinmachnower Bereich der ehemaligen Grenzanlagen mindestens vier namentlich bekannte junge Männer getötet worden.”

Alle Kleinmachnower Mauertoten hatten versucht, nach Berlin-Zehlendorf zu fliehen und waren bei ihrer Flucht von Grenzposten der DDR erschossen worden. Im einzelnen handelte es sich um folgende Personen:

  • Peter Mädler, 19 Jahre alt, erschossen
    am 26. Apr. 1963 bei der Flucht durch den Teltowkanal
  • Christian Buttkus, 20 Jahre alt, erschossen
    am 3. Mär. 1965 in der Nähe des Teerofendamms
  • Walter Kittel, 23 Jahre alt, erschossen
    am 17. Okt. 1965 an der Stammbahn
  • Karl-Heinz Kube, 17 Jahre alt, erschossen
    am 16. Dez. 1966 am Teltowkanal

Gutheins und Jordan betonten abschließend: “Die Plattitüde der ehemaligen Täter, bei den Toten an der Mauer handele es sich um „Opfer des kalten Krieges“ ist schlichtweg falsch. Verantwortlich sind vielmehr die verbrecherischen Machthaber der DDR und ihre kriminellen Helfershelfer in den Grenztruppen. Soweit ehemalige Angehörige der Grenztruppen versuchen, an der Vergangenheitsbewältigung teilzunehmen, so heißt dies, den Bock zum Gärtner zu machen. Schon allein der Respekt vor den Opfern gebietet es, mit den Tätern nicht gemeinsame Sache zu machen, sondern durch die Benennung von Kleinmachnower Straßen die Namen der Opfer in Erinnerung zu halten.