Dreikönigstreffen der Region
PNN und MAZ berichten

Dreikönigstreffen 2012 der FDP in der TKS-Region (Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf)Region Teltow · Am 06.01. fand in Teltow das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP-Ortsverbände Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf statt. Etwa 30 Liberale waren gekommen, um gemeinsam das politische Jahr 2012 einzuläuten. Entgegen der Meldung der PNN war Heinz Lanfermann leider krankheitsbedingt verhindert.

Nachfolgend lesen Sie die Artikel der MAZ und der PNN zu unserem Dreikönigstreffen:

PNN


Nichts für schwache Nerven
von Thomas Lähns

FDP-Basis in der Region Teltow optimistisch – trotz Krise in der Bundespartei

Region Teltow – Miese Umfragewerte, Querelen in der Parteispitze und der Bruch der schwarz-gelb-grünen Koalition im Saarland: Die Vorzeichen für das Dreikönigstreffen der FDP in der Region Teltow am Freitagabend waren alles andere als gut. „Liberalismus ist eben nichts für schwache Nerven“, bemerkte die Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg achselzuckend und zitierte damit den vor drei Jahren verstorbenen Ehrenvorsitzenden ihrer Partei, Otto Graf Lambsdorff. In schwierigen Zeiten sei es das Beste, zusammenzufinden.

Dieses Motto hatte die 30-jährige Potsdamerin dann wohl auch nach Teltow geführt: An einen Tisch mit ihrem Fraktionskollegen Hans-Peter Goetz und dem ehemaligen FDP-Landesvorsitzenden Heinz Lanfermann. Die beiden hatten noch vor zwei Jahren Front gegen Teutebergs politische Ambitionen gemacht und damit eine der schwersten Führungskrisen der märkischen Liberalen seit der Wende heraufbeschworen. Und nun: demonstrative Eintracht. Man wolle sich ein Stück weit emanzipieren von der Bundespartei, sagte Goetz, vor allem mit eigenen Themen. Aber offenbar auch mit einem neuen Miteinander. „Jeder hat an seinem Platz Flagge zu zeigen für unsere liberale Idee“, gab sich Linda Teuteberg kämpferisch. Allen Umfragewerten zum Trotze würden die Liberalen gebraucht werden. Damit traf sie den Nerv der Basis, die dieser Tage etwas Balsam nötig hat.

Zwar steht die FDP auch auf Landesebene zurzeit nicht unbedingt in der Wählergunst – aktuelle Umfragen billigen ihr drei Prozent zu – doch habe man solche Tiefpunkte auch früher schon überwunden, erklärte Goetz, und zwar dank einer starken Basis. Die Themen, mit denen er im Land punkten will, würden auch auf Städte- und Gemeindeebene eine zentrale Rolle spielen. So wird im Landtag zurzeit über eine Gesetzesnovelle zur kommunalen Daseinsvorsorge debattiert. Die rot-rote Landesregierung will damit Städten und Gemeinden eine stärkere wirtschaftliche Betätigung ermöglichen. „Das sind Missbrauchsgelegenheiten, von denen wir hier keinen Gebrauch machen sollten“, forderte Goetz, der in Teltow Chef von FDP-Stadtfraktion und Basisverband ist. Er kritisierte, dass zum Beispiel der Kleinmachnower Bauhof schon jetzt Leistungen erbringen würde, die fast 30 private Firmen in der Region ebenso gut erledigen könnten. „Damit macht man Unternehmen das Leben schwer.“ Dem schloss sich Teuteberg an und bemerkte plakativ: „Wir wollen die Menschen ermutigen, zu unternehmen statt zu unterlassen.“

Dementsprechend begrüße die FDP Kleinmachnow auch, dass der Kauf der Kammerspiele durch die Gemeinde abgelehnt worden ist, sagte der dortige Ortsverbandschef Norbert Gutheins. Wie berichtet votierte der Gemeinderat im Dezember mehrheitlich gegen das Projekt. „Wir haben dringendere Probleme, zum Beispiel das Schwimmbad“, erklärte er. Kleinmachnow könne nicht die Nachbarkommunen ranholen, um sie an den Sanierungskosten zu beteiligen, und dann Millionen für die Kammerspiele ausgeben. Das Freibad Kiebitzberge habe einen höheren Mehrwert, erläuterte Gutheins, vor allem für die Jugendlichen in der Region.

Der von FDP-Chef Philipp Rösler formulierte „liberale Dreiklang“ aus Wirtschaft, Wachstum und Wohlstand könne ein richtiger Weg sein, wie Goetz resümierte. Für Brandenburg lasse er sich aber erweitern auf „Bildung, Wirtschaft und Bürgerrechte“. Thomas Lähns

Erschienen am 09.01.2012 auf Seite 10 der PNN

MAZ


FDP-Chef ruft zu mehr Zusammenarbeit auf
Liberale der Region Teltow wollen kriselnde Schulbauten kritisch begleiten / Distanz zur Bundespartei

TELTOW – Unruhig geht es derzeit für die Liberalen in Bund und Ländern zu: Der Koalitionsbruch im Saarland, ständige Personalquerelen in der Bundespartei und verheerende Einbrüche in der sogenannten „Sonntagsfrage“ prägen das gegenwärtige Bild der FDP. Ihre Zuversicht ließen sich die rund 30 freien Demokraten auf dem regionalen „Dreikönigstreffen“ der Teltower, Kleinmachnower und Stahnsdorfer Ortsgruppen am Freitagabend im Restaurant „Böfflamott“ in Teltow trotzdem nicht nehmen.

„Wir müssen uns ein Stück weit von der Bundespartei emanzipieren“, sagte der Kreisvorsitzende der Liberalen, Hans-Peter Goetz. Der Dreiklang aus den Themen Bildung, Wirtschaft und Bürgerrechte sei nach wie vor aktuell – der Maßnahmenkatalog sorgte bei den Landtagswahlen im Jahr 2009 nach 15 Jahren außerparlamentarischer Opposition erstmals wieder für den Einzug der Partei ins Landesparlament. Als Schwerpunkte des künftigen Handelns auf Kreisebene nannte Goetz die weitere kritische Begleitung der kriselnden Schulbauten (MAZ berichtete), auf regionaler Ebene die kommunale Zusammenarbeit sowie die Entwicklung der Teltowkanalaue.

Auch die Vize-Landesvorsitzende der FDP, Linda Teuteberg, war am Freitag nach Teltow gekommen. Am Handeln der rot-roten Landesregierung würde man erkennen, dass die Liberalen gebraucht würden, meinte sie. „Wir müssen für den Bürger besser sichtbar Politik verkörpern“, appellierte Teuteberg an ihre Parteikollegen.

Der Kleinmachnower FDP-Vorsitzende Norbert Gutheins äußerte sich konkreter zur politischen Situation in der Region. „Ich freue mich, dass der Kauf der Kammerspiele misslungen ist, denn es gibt zwingendere Probleme in der Region“, meinte Gutheins. Als Beispiel nannte er das Freibad Kiebitzberge. Bevor man „an einem Himmelsrad auf einem Müllberg herumdrehen“ würde, sei es wichtiger, ein zweites Jugendzentrum im Ort zu fördern, fügte Gutheins hinzu. Dies solle jedoch nicht an einem abgelegenen Ort wie dem Fath-Gelände am Stahnsdorfer Damm, sondern zentraler angesiedelt werden.

Ganz ohne Dissonanzen ging es – trotz aller demonstrierten Harmonie und Zuversicht – zwischen den Ortsverbänden jedoch nicht ab. Es sei schön, die Stahnsdorfer Kollegen zu sehen, also „diejenigen, die sich kürzlich noch als das Armenhaus der Region geriert haben“, schickte Goetz eine spitze Bemerkung in Richtung der Abgeordneten aus der Nachbarkommune. Ein empörtes „Was?“ folgte aus der Stahnsdorfer Ecke, doch Goetz legte nach: „Das musste einmal raus, ihr müsst da jetzt durch.“ Auch Teltow und Kleinmachnow würden sich mit Stahnsdorf über den Verbleib des größten Gewerbesteuerzahlers Vodafone freuen, stellte Goetz immerhin klar. Dennoch war der Hinweis, sich zukünftig verstärkt in gemeinsame Projekte einzubringen, unverkennbar.

Hintergrund ist der Streit um die Finanzierung der bis zu 5,5 Millionen Euro teuren Sporthalle auf dem Hoffbauer-Campus in Kleinmachnow. Im Gegensatz zu Teltow und Kleinmachnow hatte sich Stahnsdorf unter Hinweis auf seine schwierige Finanzlage bislang nicht in der Lage gesehen, Zuschüsse für die je zu einem Drittel vom Kreis, den Kommunen und der Hoffbauer-Stiftung getragene Halle zuzusichern. (Von Stephan Reitzig)