Abwägung zum Flächennutzungsplan
FDP: „Schont den Seeberg!“

Kleinmachnow · „Noch ist die Akte Seeberg nicht geschlossen“, zeigt sich der FDP-Sachkundige MICHAEL LIPPOLDT zuversichtlich. Die FDP werde weiter jede Chance nutzen, im laufenden Abwägungs- und Genehmigungsprozess die massive Erweiterung der Seeberginanspruchnahme abzumildern, die der Bürgermeister mit einer bislang noch vorhandenen Mehrheit von SPD und CDU durchsetzen will. Zum einen vertraut LIPPOLDT auf höchstrichterliche Rechtsprechung, wonach die Genehmigung einer Flächennutzungsplan-Änderung zu versagen ist, wenn ihr Inhalt – wie am Seeberg – einer Verordnung über die Festsetzung eines Landschaftsschutzgebietes widerspricht. Zum anderen hofft er auf die Einsicht weiterer Abgeordneter, Kleinmachnows „schutzwürdiges Gemeinschaftsgut Seeberg“ von Verstädterung und Verkehrsflut zu verschonen.

FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. KORNELIA KIMPFEL appelliert deshalb an ihre Kollegen in der Gemeindevertretung, „Kleinmachnow nicht sehenden Auges gemeinsam mit dem Bürgermeister in ein gigantisches Verkehrschaos zu steuern.“ Denn die geplanten und zum Teil schon vorhandenen Sport- und Schwimmanlagen, Kulturzentrum und Studentenheim sowie weitere 6.000 m² neue Geschossflächen im SO2 auf der derzeitigen Waldfläche direkt hinter dem Rathaus würden – nach allem, was bisher verlautet sei – auch außerhalb des Schulbetriebs, abends sowie an Wochenenden und Feiertagen gewerblich genutzt werden. Für den großen Biergarten an der Hakeburg, die dortigen Veranstaltungsräume und das neue Hotel sei solche Dauernutzung ohnehin die Regel. Da die neuen Seebergnutzer notwendige Parkplätze in ausreichender Zahl nicht zu bauen und dafür noch nicht einmal Ablöse zu zahlen brauchten, weise der Bürgermeister kurzerhand die umliegenden Wohngebiete und den Rathausmarkt als Parkflächen aus. Das sei inakzeptabel.

KIMPFEL ergänzt, dass bereits beim derzeitigen massenhaften Kraftfahrzeugverkehr von der Karl-Marx-Straße zu den Schulen auf dem Seeberg Eltern es kaum noch verantworten können, dass ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad diesen Weg benutzen. Auf der vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossenen Durchfahrt bis zur Internationalen Schule werde sich nach Prognosen der Verwaltung das Verkehrsaufkommen auf mehr als 7.000 Kfz am Tag vervielfachen. Das sei für die Schulwegsicherheit und mit Blick auf den Schutz der Anwohner am Arnold-Schönberg-Ring und der Karl-Marx-Straße unvertretbar. Das müsse korrigiert werden.

LIPPOLDT hat im Auslegungsverfahren zum Seeberg-Flächennutzungsplan jetzt nochmals konkrete Einwendungen vorgetragen. In seiner Position sieht sich der FDP-Mann in großer Einigkeit mit dem Bauausschuss, in dem er mitarbeitet, und der bis zum Schluss die Seeberg-Pläne immer abgelehnt hat. Diese widersprächen dem Gebot der Nachbarschaftsverträglichkeit und mit ihren massiv ausgeweiteten Nutzungen auch der dauerhaften städtebaulichen Sicherung des umliegenden Areals. So solle z. B. ein neues „Wohngebiet am Hochwald“ entwickelt werden, das nach Größe und Nutzung das vorhandene in den Schatten stellen könne. Den Menschen, die für den „grünen Seeberg“ kämpften, müsse es wie Hohn anmuten, wenn die Verwaltung in der Begründung behaupte: Da im Plangebiet keine weiteren Flächen mehr zur Verfügung stünden, sei eine Inanspruchnahme des Waldes zwingend. Diese „kalte Inanspruchnahme“ der Natur und von wertvollen Waldflächen, ihr Verlust als Nahrungshabitat und Rückzugsraum für die Fauna und Flora widerspreche den Zielen und Grundsätzen sowie den allgemeinen Pflichten des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Dass Wildschweine sich dann lieber in den Wohngebieten aufhielten, brauche nicht zu verwundern. „Wer Verantwortung für Kleinmachnow übernehmen will, darf sich nicht darüber hinwegsetzen, dass der Landschaftsplan der Gemeinde den Seeberg als Erholungswald darstellt und auch der Landschaftsrahmenplan des Landkreises für den Seeberg den Erhalt und die Aufwertung von Laubwäldern und Laubholzforsten vorsieht“, hält LIPPOLDT fest, „er muss danach handeln!“